HEADS­AHEAD Pres­se­er­klä­rung: „Stu­die zur Wirt­schafts­kom­pe­tenz im deut­schen Bundestag“

Mün­chen, 08.06.2021

  • Mehr als die Hälf­te (58%) der 709 Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges ver­fü­gen über wirt­schaft­li­ches Know-How, das sie in der frei­en Wirt­schaft und Stu­di­um erwor­ben haben.
  • Die Wirt­schafts­kom­pe­tenz der Par­tei­en im Bun­des­tag unter­schei­det sich zum Teil deutlich.
  • Frau­en sind deut­lich unterrepräsentiert.

Ger­ne sen­den wir Ihnen die kom­plet­te Studie:

Die Welt und das gesam­te Umfeld ist in Bewe­gung. Ob in der Poli­tik, in der Wirt­schaft oder in der Gesell­schaft. Han­dels­kon­flik­te, Bre­x­it, nach­las­sen­de Wachs­tums­dy­na­mik in der Welt­wirt­schaft, und als Gip­fel, die seit 2020 anhal­ten­de Coro­na-Kri­se, die kei­nes­wegs auf eine Welt­wirt­schaft in schwung­vol­ler Dyna­mik traf. In solch ange­spann­ten Zei­ten beto­nen Poli­ti­ker häu­fig und ger­ne, wie wich­tig die Stim­me der Wirt­schaft in der Poli­tik ist.  Stellt sich also die Fra­ge, wie kom­pe­tent ist die Stim­me der Wirt­schaft wirk­lich in der deut­schen Politik?

Die­ser Fra­ge ist das Exe­cu­ti­ve Search Unter­neh­men  HEADS­AHEAD mit­tels einer eigens design­ten Stu­die nach­ge­gan­gen. Ziel war es, die Wirt­schafts­kom­pe­tenz des Deut­schen Bun­des­tags anhand einer sys­te­ma­ti­schen Ana­ly­se der 709 Abge­ord­ne­ten-Bio­gra­fien des 19. Bun­des­tags zu erfas­sen. Die Ergeb­nis­se geben ins­be­son­de­re Auf­schluss über die in der Frei­en Wirt­schaft und im Stu­di­um erwor­be­ne Wirt­schafts­kom­pe­tenz der Parlamentarier.

Dr. Micha­el Schorr, Mana­ging Part­ner bei HEADS­AHEAD sag­te: “Wir beglei­ten als Exe­cu­ti­ve Search Unter­neh­men regel­mä­ßig Füh­rungs­kräf­te­wech­sel, auch an der Schnitt­stel­le von Wirt­schaft, Poli­tik und Ver­wal­tung. Aus der frei­en Wirt­schaft sind uns die Kom­pe­ten­zen und Skills der Top Mana­ger bes­tens ver­traut. Mit die­ser Stu­die möch­ten wir einen sach­li­chen Bei­trag für mehr Trans­pa­renz auch in der Poli­tik leisten.“

Die HEADS­AHEAD GmbH erar­bei­te­te eine Klas­si­fi­zie­rung, um die Wirt­schafts­kom­pe­tenz eines Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­tags aus Beschäf­ti­gung in der Frei­en Wirt­schaft zu ana­ly­sie­ren und unter­ein­an­der ver­gleich­bar zu aggre­gie­ren. Die Stu­fen sind „Hohe Wirt­schafts­kom­pe­tenz“, „Mitt­le­re Wirt­schafts­kom­pe­tenz“, „Gerin­ge Wirt­schafts­kom­pe­tenz“ und „Kei­ne erkenn­ba­re Wirt­schafts­kom­pe­tenz“. Abge­ord­ne­te mit „Hoher Wirt­schafts­kom­pe­tenz“ sam­mel­ten in der Regel Füh­rungs­er­fah­rung im höhe­ren Manage­ment der Frei­en Wirt­schaft. Abge­ord­ne­te mit Mitt­le­rer Wirt­schafts­kom­pe­tenz waren in einer Füh­rungs­po­si­ti­on im mitt­le­ren Manage­ment tätig oder brin­gen ein wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­ches Stu­di­um mit. Gerin­ge Wirt­schafts­kom­pe­tenz setzt mehr­jäh­ri­ge Tätig­keit in der Wirt­schaft ohne Füh­rungs­ver­ant­wor­tung vor­aus. Jeder Stu­fe wer­den Kri­te­ri­en zuge­ord­net, deren Erfül­lung Vor­aus­set­zung ist.

 Die Ana­ly­se zeig­te, dass der Anteil der Abge­ord­ne­ten, die in der Frei­en Wirt­schaft oder Aus­bil­dung Wirt­schafts­kom­pe­tenz erwor­ben haben, 58% beträgt. Bei 42% der Abge­ord­ne­ten wur­den hin­ge­gen Kei­ne erkenn­ba­re Wirt­schafts­kom­pe­tenz nach­ge­wie­sen. Mehr als zwei Drit­tel ver­fü­gen ledig­lich über Gerin­ge oder Kei­ne erkenn­ba­re Wirt­schafts­kom­pe­tenz aus der frei­en Wirtschaft.

Die Stu­die lässt wei­ter­hin Rück­schlüs­se auf den Anteil der MdBs mit Wirt­schafts­kom­pe­tenz aus Frei­er Wirt­schaft nach Par­tei­en zu. Bei FDP und AfD betra­gen die Antei­le der Abge­ord­ne­ten, die län­ger in der Frei­en Wirt­schaft tätig waren, jeweils 71% und 74%. Die Uni­on folgt mit einem Wert von 66%. Der Anteil an Abge­ord­ne­ten der SPD und Grü­nen, die in Frei­er Wirt­schaft Wirt­schafts­kom­pe­tenz erwar­ben, liegt bei jeweils ledig­lich 43%. Bei den Lin­ken liegt die­ser Wert mit 41% am nied­rigs­ten. Par­tei­en, die jün­ger im Par­la­ment sind, bzw. deren Zeit im Par­la­ment unter­bro­chen wur­de, schnei­den hier bes­ser ab.

Bei der Geschlech­ter­ver­tei­lung zeigt sich, dass Frau­en mit 31% der Man­da­te nicht nur antei­lig sel­te­ner im Par­la­ment ver­tre­ten sind , son­dern auch mit einem Anteil von 20% unter den MdBs mit Hoher oder Mitt­le­rer Wirt­schafts­kom­pe­tenz aus Frei­er Wirt­schaft unter­re­prä­sen­tiert sind.

Des Wei­te­ren ver­deut­licht die Stu­die, dass älte­re Abge­ord­ne­te übli­cher­wei­se eine höhe­re Wirt­schafts­kom­pe­tenz aufweisen.

„Die Ergeb­nis­se der Stu­die haben uns gezeigt, dass Abge­ord­ne­te nicht sel­ten „Kamin­kar­rie­ren“ in der Poli­tik machen, d.h. kaum beruf­li­che Vor­er­fah­run­gen z.B. in der Wirt­schaft gesam­melt haben. so Dr. Micha­el Schorr, Mana­ging Part­ner bei HEADSAHEAD.

Wei­ter­hin ergänz­te er: „Wir als Exe­cu­ti­ve Search Unter­neh­men wür­den uns für die Zukunft wün­schen,  dass Silos zwi­schen Poli­tik und Wirt­schaft - wie in vie­len ande­ren Län­dern - leich­ter über­wun­den wer­den, und Querwechs­ler in bei­de Rich­tun­gen sowohl Wirt­schaft als auch Poli­tik mit Ihren erwor­be­nen Kom­pe­ten­zen bereichern.“